Gustav Wiener war ein Münchner Frauenarzt. 1912 heiratete er Babette Müller. Mit ihr zog er im Juni 1932 in den zweiten Stock des Odeonsplatz 1. Dort war auch die Praxis untergebracht. Nur wenige Wochen nach Beginn der NS-Herrschaft überfielen SA-Männer das Ehepaar Wiener in der Nacht vom 28. auf 29. März 1933. Sie verwüsteten ihre Wohnung und schlugen Gustav Wiener die Zähne aus, zertrümmerten seine Schienbeine und fügten ihm zahlreiche weitere Wunden zu. Gustav Wiener erholte sich von den Misshandlungen nicht mehr und starb nach monatelangem Klinikaufenthalt am 25.11.1933. Seine Witwe Babette zog wenig später nach Hohenschäftlarn. Als „Arierin“ wurde sie nicht verfolgt.
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